Freunde der Stadtbibliothek Halle e.V.
     
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Hallespektrum, 8.10.2013

Stadt spart: künftig keine Zeitungen mehr in der Stadtbibliothek

Der Teufel steckt meist im Detail. In diesem Fall auf Seite 724 des Haushaltsplanentwurfs der Stadt Halle (Saale). „Reduzierung der Kosten (um 30.630 Euro) durch die Kündigung aller Zeitschriftenabonnements ab Januar 2014 erfolgte zum Ausgleich gestiegener Betriebskosten im SK 52410100“, ist dort zu lesen.

Und auch wenn der Stadtrat noch gar nicht über diesen Vorschlag abgestimmt, geschweige denn beraten hat, wurden bereits sämtliche Abos gekündigt, beispielsweise für Spiegel, FAZ oder Magdeburger Volksstimme. Halle wäre damit die erste deutsche Großstadt mit einer Bibliothek ohne Zeitungen und Zeitschriften.

„Die Medien sind das allerletzte, was in einer Stadtbibliothek gekürzt oder sogar gestrichen werden darf, sie sind der eigentliche Zweck einer Bibliothek“, schimpft der Vorsitzende der Freunde der Stadtbibliothek, Wolfgang Kupke. „Die Stadtbibliothek wird insbesondere von jenen genutzt, die sich den Kauf von Büchern, Zeitschriften und anderen Medien nicht leisten können. Um am öffentlichen Leben und gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen zu können, ist der Medienzugang für jedermann aber eine wichtige Grundlage für soziale Teilhabe.“

Kupke weist auf die Rede von Bundespräsident Joachim Gauck zum Tag der Deutschen Einheit 2013 hin: “Bildung auch als Förderung von Urteilskraft, sozialer Verantwortung und Persönlichkeit, Bildung als Grundlage eines selbstbestimmten, erfüllten Lebens – das ist für mich ein Bürgerrecht und ein Gebot der Demokratie. Das Ziel muss lauten: Niemand wird zurückgelassen.”

Kupke: „Wir dürfen deshalb diese Streichung nicht hinnehmen.“

http://hallespektrum.de/nachrichten/kultur/stadt-spart-kuenftig-keine-zeitungen-mehr-in-der-stadtbibliothek/70348/