Freunde der Stadtbibliothek Halle e.V.
     
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Mitteldeutsche Zeitung, 26.06.2014

"Unerschöpfliches Potenzial"
Die Freunde der Stadtbibliothek feiern ihr Zehnjähriges - mit einem ganz besonderen Bücherbasar am Freitag.

Mit einer besonderen Veranstaltung will sich der Verein "Freunde der Stadtbibliothek" bei seinen Gönnern für deren zehnjährige Treue bedanken: Zum Bücherbasar morgen von 18 bis 22 Uhr im Riesenhaus (Große Brauhausstraße 17) gibt es unter anderem auch Lesungen mit zwei halleschen Autoren. MZ-Redakteur Peter Godazgar sprach mit dem Chef des Fördervereins, Wolfgang Kupke.

200 000 Euro hat der Verein in den vergangenen zehn Jahren gesammelt. Müssen Sie da selbst staunen?

Kupke: Ja, das finde ich in der Tat beachtlich.

Wo kommt das Geld denn her?

Kupke: Die Mitgliedsbeiträge sind der geringste Posten. Wir haben 35 Mitglieder und verlangen ja nur fünf Euro im Jahr. Das meiste Geld sammeln wir bei unseren Bücherbasaren. Da verkaufen wir oft mehr als 1 000 Bücher.

1 000 Bücher pro Basar? Bekommen Sie denn so viele Bücherspenden?

Kupke: Es könnten natürlich immer noch mehr sein, aber im Prinzip hat es sich schon gut herumgesprochen, dass man bei uns seine Bücher loswerden kann. Wir bekommen sie vor allem von älteren Menschen, die in kleinere Wohnungen umziehen müssen.

Bücher wirft man eben ungern in den Müll.

Kupke: Das ist so. Das Buch ist ein Kulturgut. Aber es muss einem auch klar sein: Viele Bücher sind praktisch nicht mehr zu verkaufen, das gilt selbst für Klassikerausgaben.

Und dann?

Kupke: Diese Bücher geben wir an den Kindergarten der Franckeschen Stiftungen, der sie dann an Altpapierhändler verkauft.

Wer kauft denn auf den Basaren ein?

Kupke: Das ist ganz unterschiedlich. Zu uns kommen Sammler, die Hallensia suchen, aber auch Studenten. In der Regel haben wir mehrere 100 Besucher pro Basar. Auch Antiquare schauen vorbei - und manchmal findet man bei uns auch ein richtiges Kleinod, zum Beispiel eine Ausgabe von Luckners "Seeteufel" mit einer handschriftlichen Widmung.

Morgen zum Bücherbasar wird aber nicht nur gestöbert.

Kupke: Nein, wir haben unter anderem auch zwei Lesungen: eine Lesung für Kinder mit Stadtschreiberin Juliane Blech um 19 Uhr und eine Krimilesung mit Bernhard Spring um 21 Uhr. Außerdem gibt es einen Kindermaltisch und noch so einiges mehr.

Welche Bücher mag der Chef der Bücherfreunde denn eigentlich selbst am liebsten?

Kupke: Sachbücher und Autobiografien. Im Moment liegen auf meinem Nachttisch unter anderem die neuen großen Werke zum Ersten Weltkrieg von Jörg Friedrich und Christopher Clark.

Natürlich ausgeliehen bei der Stadtbibliothek?

Kupke: Aber ja. Dort gibt es einfach ein unerschöpfliches Potenzial von Bildung und Vergnügen, das durchaus auch noch mehr genutzt werden kann.

Im Einsatz für das Buch: Wolfgang Kupke. Foto: Archiv/Meinecke